Dienstag, 20. November 2007
In der Stadt in der ich studiere, habe ich zwei Freundinnen.
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht ob sie wirklich meine Freundinnen sind. Aber sowas weiß ich ohnehin erst nach sehr, sehr langer Zeit. Ich habe Probleme Menschen zu vertrauen. Und wie kann jemand mein "echter" Freund sein, wenn er meine dunklen Seiten nicht kennt (die ich natürlich verberge, um die Leute nicht zu schockieren)?
Die eine Freundin kenne ich jetzt seit einem, die andere seit einem halben Jahr. Wir hängen immer zu dritt rum und ich mag die beiden auch gerne.
Mit der einen bin ich vor wenigen Monaten zusammengezogen. Ich wohne bei ihr nur zur Zwischenmiete und wir überlegen, demnächst zusammen in eine andere Wohnung zu ziehen, weil ihr "richtiger" Mitbewohner im Frühjahr zurückkommt.

Ich wohne sehr gerne mit ihr zusammen und bis jetzt lief es auch sehr gut. Heute erzählte mir die andere Freundin jedoch, dass sie das Gefühl gehabt hätte, zwischen uns habe es doch mal Spannungen gegeben. Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil ich sonst sehr empfindsam für solche Sachen bin, nur das ist mir absolut nicht aufgefallen.
Außerdem erzählte sie mir, dass meine Mitbewohnerin schon etwas enttäuscht wäre, weil ich nicht für sie koche, sie dagegen schon für mich und dass wir nie zusammen essen usw.

Volltreffer! Ich hasse kochen und kann es noch nicht mal! Warum sollte ich kochen, wenn ich es doch nicht gern mache und das Essen am Ende noch nicht mal schmeckt. Und ja, ich nehme mein Essen auf mein Zimmer, weil ich liebr alleine esse. Aus essgestörter Sicht durchaus verständlich.

Naja, das ganze ist an sich keine große Sache, verstörrt mich aber aus mehreren Gründen doch und zwar aus zwei Gründen:
Warum habe ich von diesen angeblichen Spannungen nichts gemerkt? Wohlmöglich gibt UNZÄHLIGE solche Dinge die die Menschen stören und ich MERKE es nur nicht (schon allein deswegen, weil diese Dinge für mich kein Problem darstellen: ich esse gerne allein). Dies führt direkt zum 2. Punkt.
Und das ist mein Perfektionismus. Ich habe das Gefühl immer alles richtig machen zu müssen. Ich will, dass die Menschen mich MÖGEN. Ich will es ihnen recht machen, ihnen keinesfalls auf die Nerven gehen. Sie irgendwie verärgern. (Aber wie soll ich es ihnen recht machen, wenn ich denke, dass alles in Ordnung ist? - Punkt 1).

Diese Sache ängstigt mich zutiefst. Ich weiß nicht, wie ich meiner Mitewohnerin jetzt begegen soll? Soll ich anfangen zu kochen, obwohl das gar nicht meine Art ist?

Als ich heute nach Hause kam, habe ich sofort das Geschirr abgespült, da ich das Gefühl habe ihr keinerlei "Angriffsfläche" bieten zu dürfen.

Ach ja, das alles erscheint mir ja selbst lächerlich. Ich weiß ja, dass man es nie allen recht machen kann, dass wir uns im Grunde ja gut verstehen usw. Aber ich kann nicht ändern, so zu denken...

Candy

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Habt ihr denn nie zusammen gekocht?

Zusammen essen ist auch irgendwie eine soziales Zeichen. Schämst Du Dich denn wirklich so, zu zeigen, wie/was Du isst? Das ist so schade. Zusammensitzen und essen ist doch eins der schönsten Dinge überhaupt.
Vielleicht kann man ja irgendwie einrichten, dass ihr was gemeinsam kocht und dann noch nen Film guckt oder etwas in dieser Art... dann sitzt ihr wenigstens ein bissel zusammen.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass es möglicherweise komisch ankommt, wenn man immer nur für sich isst. Ich meine, die Art wie Du isst, das bist ja schließlich auch ein Teil von Dir. Gibt es da wirklich was zu verstecken?

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